30. Juli 2011

«...sehr infam»

Mit dem Betreff «...sehr infam» erhielt ich soeben per eMail eine Reaktion auf mein Blog, die ich hier nicht unterschlagen möchte. Allerdings wüsste ich natürlich gerne, welche meiner Gedanken als «widrigst» und «abscheulichst» empfunden wurden. Zumal ich mich bemühe, die Gefühle möglicher Leser nicht unnötig zu verletzen...



«Grüezi Herr Felber
Leider muss ich sagen, dass Sie sich mit Ihren
widrigsten, abscheulichsten Bloggs und übrigen
Berichten ins Abseits steuern- da spreche ich im
Speziellen Oslo an. Ihre Vereinfachung der Sachlage
nerven mich zutiefst.
Für einen Bundeshauskorrespondenten sehr infam.
Freundlichst Francesco Giuseppe Pietro Bartolomeoli»

Kommentare:

  1. Ist es in Ordnung, private E-Mail zu veröffentlichen?

    AntwortenLöschen
  2. Als Empfänger halte ich mich für berechtigt, ein an mich gerichtetes Schreiben zu veröffentlichen - zumal wenn es mir ohne jede Bitte um Vertraulichkeit zuging!

    AntwortenLöschen
  3. Und die Persönlichkeitsrechte des Absenders?

    Ich habe noch nie eine private E-Mail erhalten, die mit der Bitte um Vertraulichkeit begann. Ich erhalte bloss E-Mail mit lächerlichen Disclaimern am Schluss, aber das ist ein anderes Thema.

    AntwortenLöschen
  4. Lieber Markus,

    ich habe schon viel in Deinem Blog gestöbert und auch den Beitrag zur Frage eines etwaigen Selbstmords des Attentäters von Oslo gelesen. Außerdem folgen wir uns auf Twitter und auf Google Plus. Und selbst bei größter Anstrengung kann ich nichts infames finden und die Vorwürfe von Herrn Bartolomeoli nicht nachvollziehen. Vielleicht hat er sich über die Bedeutung von "infam" geirrt?

    Ich finde es vielmehr infam, gerade Dir Infamie vorzuwerfen und dies nicht zu konkretisieren.

    Aber wenn man so aktiv im Internet ist wie Du und auch mal Stellung bezieht, muss man wohl auch mit solchen Reaktionen rechnen. Du solltest das mit der angebrachten Gelassenheit nehmen.

    p.s. Ich habe nach dem Lesen Deines Beitrags nur darauf gewartet, bis sich einer darüber mokiert, dass Du die E-Mail veröffentlicht hast und mit "Persönlichkeitsrechten" winkt, die sind als Auffangtatbestand im Zweifel immer irgendwie betroffen :-)

    AntwortenLöschen
  5. Danke an Joerg und Bugsierer. Ich hatte die eMail in der Hoffnung veröffentlicht, der Verfasser werde vielleicht doch noch präzisieren, was er als abscheulichst empfindet. Soll aber offenbar nicht wein, womit wir die Akte wohl schliessen können.

    AntwortenLöschen
  6. Ich habe eine Vermutung, was der Briefschreiber möchte. Vermutlich interpretiert er deinen Blogpost dahingehend, dass du subtil zur Todesstrafe aufrufst - wie es in den 1970ern bei RAF-Terroristen in Deutschland geschah. Da war die Geschichte mit den Stricken, so manch Schlagzeile in der [Springer-] Presse und natürlich den ach so besonnen Mann von der Straße, der wusste, wie man dem Staat Geld sparen könne.

    Alternativ könnte es sich um einen übereifrigen Gottgläubigen handeln, der schon bei der entferntesten Erwähnung von Selbsttötung Amo läuft.

    AntwortenLöschen
  7. Plausible Erklärung... Hoffe allerdings, dass der Rest der Welt (oder nahezu) mich richtig versteht!

    AntwortenLöschen
  8. Der Verfasser der im Kalenderblatt wiedergegebenen Reaktion bittet mich per eMail, folgenden Text hier zu veröffentlichen, was ich hiermit gerne tue:

    «Schade Herr Felber mich so zu veröffentlichen, mit diesem Akt habe ich wahrlich nicht gerechnet, nun sei es so. Wenn man Kritik übt, dann sind das die Konsequenzen, das kann ich akzeptieren.

    Schlicht und pragmatisch fand ich dieses Thema zu einem solchen schweren und unverständlichen Ereignis nicht opportun und sehr fremd. Karl Jaspers, Philosoph, würde von einer sehr hohen „Unstimmigkeit“ sprechen.

    Mir liegt es fern sie zu tadel oder zu rechtmassen, nun findeich Ihre Reaktion(en) sehr unsensibel und introvertiert.
    Sie verstehen doch sicher was ich meine?
    Freundlichst FGPB»

    AntwortenLöschen